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Jeff Griffin, 51, ist Modedesigner, Alternativ-Farmer und Camouflage-Sammler. Der Brite studierte am renommierten Central Saints Martins College in London, arbeitete in Mailand für Valentino und Gianfranco Ferré, teilte sich die Wohnung mit dem verstorbenen Modegenie Alexander McQueen und gründete 1996 mit seiner Frau Karina das Label Griffin in London. Nebenbei begann er für große Marken wie Boss oder Kenzo zu entwerfen. Vor acht Jahren zog er mit Frau und drei Söhnen auf die „Loveland“ Farm im Südwesten Englands an der Atlantikküste (lovelandfarmcamping.co.uk). Dort betreibt er ein kleines Öko-Retreat mit Schweinen und Büffeln sowie sein Design-Studio. Aktuell entwirft er Kollektionen etwa für Converse, Woolrich, Diesel oder Element. Sein Markenzeichen in jeder Kollektion: Camouflage. Griffin sammelt alte Militärkleidung – und trägt selbst ausschließlich Work- und Militarywear.

Jeff Griffin auf seiner Farm „Loveland“ im Südwesten Englands

 

Was fasziniert Sie denn eigentlich so am Camouflage-Muster?

Es sieht cool aus, erzählt Geschichten und kommt wie wir aus der Natur. Man kann mit ihm spielen, Linien aufbrechen, Muster vergrößern oder Strukturen kreieren. Für mich ist das Kunst.

Sie setzten das Muster in der Mode ein, die ist eigentlich ein Mittel, sich zu unterscheiden beziehungsweise aufzufallen. Wieso funktioniert ausgerechnet ein Tarndesign dort so gut?

Weil es ein Statement ist. Das Künsterduo Gilbert & George hat mal einen Anzug in dem Muster getragen, das schockiert die Leute, weil es so nicht gehört. Es braucht einen Bruch, damit es nicht zu militärisch wird. Auf einem Militärzelt unserer Farm prangt ein rosa Herz, solche Widersprüchliche mag ich. Ich liebe den Military-Stil und den Frieden, das geht durchaus zusammen. Das Muster liefert die Geschichte, mit Design-Ideen macht man dann es modisch interessant. Früher war ich Punkrocker und wollte das Establishment aufmischen mit meinen Outfits. Camouflage ist in der klassischen Mode immer noch ein bisschen Punkrock.

Ihr Vater war beim britischen Verteidigungsministerium und Ihre Familie mehrere Jahre in Deutschland stationiert. Klingt eher nach frühkindlicher Prägung als nach Rebellion.

Vielleicht, aber als Teenager war ich total anti, und immer derjenige, der von den Soldaten davon rannte. Es ist eine Hass-Liebe. Heute entwerfe ich sogar für eine Elite-Einheit der Special Forces. Darauf war ich zunächst nicht sonderlich scharf, aber das sind keine einfachen Soldaten, sondern eher Athleten, einer ist ein ehemaliger Profi-Footballer. Diese Leute pushen ihre Körper ans Limit. Ich bin selbst einen Ultramarathon gelaufen, mache Sportsund Outerwear für spezielle Bedingungen. Unsere Sachen wurden von den Jungs am Nordpol getestet und beim Fallschirmspringen. Das macht mein Leben interessanter.

Langweilen Sie sich sonst?

Ja schnell, deshalb brauche ich ja Geschichten. Ich kaufe viele alte Stücke auf Militärmärkten. In meinem Archiv hängen sicher 1000 Stücke vom Ersten Weltkrieg bis heute, ein alter Kampftaucheranzug, eine Rettungsweste für Piloten mit Hai-Schutz, ein Fallschirm, jede Menge Vintage-Jacken und -Hosen. Jedes dieser Teile kann etwas, beschützt. Diese Original-Militärsachen sind wie ein Sprungbrett für Ideen. Den Fallschirm etwa verarbeite ich gerade für eine Kollektion. Wiederverwertung von Materialien spielt für mich eine große Rolle, wir arbeiten ökologisch.

Stücke aus der Camouflage-Kollektion von Jeff Griffin

 

Der Designer über seine Liebe zum Camouflage-Stil

 

Sie lassen die Stoffe für Ihre Kollektionen stets in den Fabriken herstellen, die ursprünglich die Militärstoffe produziert haben. Warum?

Ich möchte wissen, woher die Dinge kommen. Authentizität ist mir wichtig, und Details. Ich liebe Originale. Wenn es eine Stofffabrik nicht mehr gibt, muss ich kreativ werden, ich habe mir auch schon Muster ausgedacht, die von alten Stücken inspiriert waren. Für mich ist Camouflage kein Trend, es ist die DNA meiner Marke, es ist eine Signatur.

Eine Signatur, die viele nutzen. Camouflage ist in der Mode seit Jahren ein großer Trend!

Klar, alle wollen cool aussehen, bei mir kommt noch der Original-Aspekt hinzu. Wir arbeiten zum Beispiel mit einer Belgischen Zwirnerei, die schon während des Ersten Weltkrieges produzierte. Auch das Dazzle-Muster wurde dort entwickelt, das sieht gar nicht richtig nach Camouflage aus, tarnt aber Schiffe sehr gut. Es kommt aus dem Kubismus, zerlegt Linien und verwirrt so die Augen. So konnte man nicht ausmachen, wo sich die Mitte des Schiffes befindet. Heute verschneidet man gern Farben und versucht so optisch Bewegung zu erzeugen.

In der Mode tauchte das Muster erstmals in der Antivietnam-Bewegung auf, später nutzten es die Punks als Protest gegen die Spießergesellschaft. Seit Andy Warhol es in die Popkultur holte wird es meist unpolitisch im Design eingesetzt. Aber speist sich sein Coolness-Faktor nicht gerade auch aus der Historie?

Früher zu Hochzeiten der IRA oder des Vietnam-Krieges war das Muster schwer zu bekommen. Das ist heute natürlich anders. Deshalb kann man nicht im selben Maße damit provozieren wie damals, aber mit ein bisschen Farbe dazu fällt man schon auf. Statt politischer Bedeutung hat es jetzt eher was von Abenteuer.

Ein Abenteuer für Männer und Frauen?

Ja, es funktioniert für beide, auch wenn es ursprünglich männlich geprägt ist durchs Militär. Ich arbeite viel für Herrenmodelabels. Wenn dort ein Print gewünscht wird, kann ich sicher sein: Camouflage geht immer, das sagt den Männern zu. Ich gehe dann in meinen Kollektionen natürlich an die Grenzen dessen, was möglich ist. Ich bin fanatisch, wenn es um das Muster geht!

Sonst nicht?

Doch, was immer ich tue, tue ich mit Leidenschaft: ob es das Gemüse ist, das ich anbaue, die Tiere, die ich züchte oder das Essen, das ich koche. Und jetzt muss ich los, weil ich meine Rosen schneiden muss. Bin schon drei Wochen zu spät dran!

 

Redaktion: Bianca Lang, Mai 2018

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