Fang Lijun

Kahlrasierte, ihrer Individualität beraubte männliche Figuren waren in den neunziger Jahren ein Markenzeichen des renommierten chinesischen Malers und Grafikers Fang Lijun (*1963). Sie wurden in der westlichen Welt als Bildzeichen einer jungen chinesischen Kunst wahrgenommen, die auf die aktuellen gesellschaftlichen und politischen Veränderungen Chinas reagierte. Mit erstarrter Mimik oder den Mund zu einem Schrei geöffnet, vor offenen Panoramen oder in unergründlichen Wassern schwimmend scheinen Fang Lijuns Figuren Emotionen auszudrücken wie Resignation, Abgestumpftheit oder Überlebenswillen, Wut und Konfliktbereitschaft des Einzelnen in der Massengesellschaft. Für Montblanc schuf der Künstler die Arbeit „2006.4.8“ und signierte diese mit dem Montblanc Stern. Fang Lijun, der bis 1989 an der Central Academy of Fine Arts in Peking Druckgrafik studierte, erregte nicht nur mit Ölbildern, sondern auch mit monumentalen Holzschnitten internationale Aufmerksamkeit. In seinen jüngeren Arbeiten, wie den filigranen Skulpturen von Menschenmengen, die auf zu kleinem Raum um ihre Existenz kämpfen, oder den Bildern schillernder Insektenschwärme setzt sich der in Peking und im südchinesischen Dali lebende Künstler erneut mit Phänomenen der Masse auseinander.