Jonathan Meese

Als „enfant terrible“ der deutschen Kunstszene, „Wunderkind“ und Provokateur erlangte der deutsche Künstler Jonathan Meese (*1970) seit Ende der neunziger Jahre internationale Bekanntheit. Laut und schrill, fantasievoll und tiefgründig setzt sich der in Tokyo geborene und heute in Berlin und Ahrensburg lebende Künstler, der bis 1998 an der Hochschule für bildende Künste in Hamburg studierte, in seinem Œuvre aus Malerei, Collagen, Skulpturen, Installationen, Aktionen, Performances, Video- und Theaterarbeiten insbesondere mit der deutschen Mythologie und der deutschen Geschichte des 19. und des jüngeren 20. Jahrhunderts auseinander. Die Parole der „Diktatur der Kunst“ durchzieht Meeses Werke und seine Manifeste, mit denen er seine Ideen aggressiv, anarchisch und vor allem wortgewaltig zum Ausdruck bringt. Auch die für Montblanc geschaffene großformatige Arbeit „DIE 2 (SÜSSIS) im milchfrischen SCARLETTIERBABYLAND de lovely PIE“ steht in diesem Zusammenhang, eine Art malerische Collage rund um die amerikanische Schauspielerin Scarlett Johansson, versetzt mit Fotos des Künstlers. So erklärte Meese 2008 in einem Interview: „In der Diktatur der Kunst regiert die Sache, wie Licht, Atmung, Gelee (Erz), Liebe oder totale Schönheit, wie z. B. Scarlett Johansson.“