Michel Majerus

Der Luxemburger Künstler Michel Majerus (1967– 2002) erlangte erstmals in der zweiten Hälfte der neunziger Jahre große internationale Aufmerksamkeit mit seinen vitalen, farbenprächtigen und großformatigen Gemälden, in denen er die visuellen Eindrücke der schnelllebigen Alltagskultur mit Zitaten der jüngeren Kunstgeschichte verband. Bekannte Figuren aus Computerspielen oder Fernsehen, Bildelemente aus der Musikszene, der Comickunst oder der Werbung treffen auf Motive und Ausdrucksformen der Pop Art oder des Minimalismus. So setzte sich Majerus, der nach seinem Studium an der Stuttgarter Akademie der bildenden Künste in Berlin lebte, etwa mit Frank Stella, Jean-Michel Basquiat, Andy Warhol, Willem de Kooning oder James Rosenquist auseinander. Dabei überlagern sich die Bildzitate in Majerus' Werken zu dynamischen Strukturen, was mit der Technik des Sampelns aus dem Bereich der Musik verglichen werden kann. Nach Majerus’ tragischem Unfalltod wurden seine Bilder und Installationen in einer retrospektiven Ausstellungsfolge in Hamburg, Hannover, Graz, Amsterdam und Luxemburg gezeigt sowie jüngst in Stuttgart.