Thomas Demand

Großformatige Farbfotografien, geprägt von einer sachlichen Ästhetik, in denen Thomas Demand (*1964) bedeutende und oftmals mysteriöse Orte festhält, die das öffentliche Bewusstsein prägen, bestimmen das Œuvre des deutschen Bildhauers und Fotografen. Anstatt diese Orte aufzusuchen, wählt der in Berlin lebende Künstler jedoch überwiegend Pressebilder als Vorlagen und baut die Orte aus Papier und Pappe zu hochrealistischen Modellen nach, die er nach der Fotoaufnahme zerstört. So entstand 2008 die Serie „Presidency“, für die der Künstler während der Präsidentschaftswahl in den USA das Oval Office im Weißen Haus als Motiv wählte, wobei der Schreibtischstuhl als Symbol politischer Macht unbesetzt ist. Erst die Erinnerung des Betrachters vervollständigt die Geschichte der Orte, die Demand ohne Figuren oder szenische Elemente darstellt.

Die Montblanc Kulturstiftung erwarb aus dieser Serie die Arbeit „Presidency I“, die 2010 als Dauerleihgabe an die Galerie der Gegenwart der Hamburger Kunsthalle überging. In seinen Werken spielt Demand mit Illusionismus und Realität und schärft unseren Blick für vielfältige Repräsentationsebenen. Für Montblanc baute Demand 2009 einen Werktisch nach, an dem in sorgfältiger Handarbeit Schablonen des Firmenlogos ausgeschnitten werden – ein Ort, der sinnbildlich für die Qualitätsansprüche und die Firmenphilosophie Montblancs steht.