Tom Sachs

Tom Sachs, 1966 in New York geboren, begann seine künstlerische Karriere als Assistent des Architekten Frank O. Gehry. Wie Gehry, den Tom Sachs als Bildhauer betrachtet, entwirft der in New York lebende Künstler Architektur – allerdings ganze Welten, Utopien der Moderne, in denen zeitgenössische Warenkultur und historische Anspielungen aufeinandertreffen. Kontrovers diskutierte Arbeiten, wie „Prada Death Camp“ (1998), eine Hutschachtel der Luxusmarke, die Sachs zu einem Modell eines Konzentrationslagers umgestaltete, oder die Installation „Nutsy’s“ (2002), für die der Künstler auf 400 m2 einen urbanen Kosmos aus Modellen von Autobahnen, Ghettos und McDonald’s Restaurants schuf, zeugen von Sachs’ aggressiv-ironischer Auseinandersetzung mit der Konsumkultur der Gegenwart. Dabei ist ihm der Einsatz von „armen“ Materialien, wie Hartschaum oder Papier, die vom Wegwerfmaterial zur Kunst aufgewertet werden, besonders wichtig. Für Montblanc schuf Sachs eine Raumfahrtplastik aus Forex-Pappe, „Big Lunar Module“ (2002), mit der er die fragile und spielerische Seite der millionenteuren Vorbilder betont, sowie die Wandarbeit „Official Montblanc Authorized Trade“, ein Fantasie-Ready-made von Resten einer fiktiven Transportkiste aus scheinbar gebrauchten, mit einem erdachten Montblanc Siegel gestempelten Holzbrettern.