Ugo Rondinone

Dahinfließende Zeit, die mit banalen, sich wiederholenden Alltagsdingen ausgefüllt wird oder als einzelner Moment definierbar ist, thematisiert der renommierte schweizerische Künstler Ugo Rondinone (*1964) in Installationen, Skulpturen, Malerei, Zeichnungen, Video- und Fotoarbeiten. Häufig hebt Rondinone Stundenangaben oder Datierungen hervor. So nennt er eine riesige, aus Wachs geformte Glühlampe „The sixth hour of the poem“ oder datiert seine Malerei auf der Bildrückseite mit Collagen aus Zeitungsausschnitten eines bestimmten Tages, so dass die Arbeiten wie visuelle Einträge eines Tagebuchs erscheinen. Auch die Werkreihe hypnotisch wirkender Farbkreise, mit der sich Rondinone seit mehreren Jahren auseinandersetzt, wird durch ihre Betitelung genau chronologisiert, wie zum Beispiel die für Montblanc geschaffene Arbeit „No. 291 DRITTERSEPTEMBERZWEITAUSENDUNDZWEI“ belegt. Aus den zarten, wie gesprüht aussehenden Farbstreifen gestaltet der in New York lebende Künstler nicht nur großformatige kreisrunde Bilder, sondern auch zeichenhafte Formen, wie den Montblanc Stern.