Daniel Richter

Daniel Richter | Deutschland | „Fatifa“ | 2005 | 330 cm x 266 cm | Öl auf Leinwand

Seit Mitte der neunziger Jahre macht der in Berlin und Hamburg lebende Künstler Daniel Richter mit eigenwilligen, farbstarken Gemälden international auf sich aufmerksam. In einer ersten Schaffensphase entstanden abstrakte Bilder aus psychedelisch anmutenden Formenkompositionen, die von den Kunstströmungen des Surrealismus, des italienischen Manierismus und der zeitgenössischen Underground-Kultur angeregt wurden. Mit dem Jahrtausendwechsel wandte sich der 1962 in Eutin geborene Künstler, der bei Werner Büttner an der Hochschule für bildende Künste in Hamburg studierte, der figurativen Malerei zu. Zentrale Themen der Gegenwart, wie Angst, Aggression, Sexualität und Voyeurismus, bestimmen seine vor Vitalität überbordenden Bilder. Versatzstücke aus der Kunstgeschichte, den Massenmedien und der Popkultur verarbeitet Richter zu erzählerischen Bildwelten, in denen er auf historische und aktuelle politische Ereignisse Bezug nimmt. So auch in dem großformatigen Gemälde „Fatifa“, das das Schicksal afrikanischer Bootsflüchtlinge thematisiert. Das 2005 von der Montblanc Kulturstiftung erworbene Werk wurde 2007 der Galerie der Gegenwart übergeben und galt als eines der Hauptwerke in der Daniel-Richter-Retrospektive der Hamburger Kunsthalle.