Marcel van Eeden

Marcel van Eeden | Niederlande | „Das Weltall verwandelt in einen Sonntagnachmittag“ | 2009 | 36 Zeichnungen: 19 cm x 28 cm; 19 cm x 84 cm | Bleistift und Buntstift auf handgefertigtem Papier, Skulpturen: Bronze, schwarze Patina

Sie erinnern an die Ästhetik des Film noir, spielen mit den Bildmitteln von Comicstrips und wachsen weit über ihren meist kleinformatigen Bildträger in den Ausstellungsraum hinein – die zu Serien arrangierten, überwiegend mit Kohlestift gefertigten Zeichnungen des niederländischen Künstlers Marcel van Eeden (*1965) erzählen in strengem Schwarz-Weiß, manchmal farbig akzentuiert, enigmatische Geschichten, oftmals morbide und unheimlich, dabei zugleich absurd und humorvoll. Kombiniert mit großflächigen Wandbemalungen, mit skulpturalen Objekten, zum Teil mit Film- und Videoinstallationen, entwickelt der Künstler komplexe Bildwelten, in denen die gehängten Zeichnungen mit der Architektur verschmelzen. Seine Vorlagen findet van Eeden, der 2011 mit dem renommierten Prix de Dessin de la Fondation d’Art Contemporain Daniel et Florence Guerlain geehrt wurde, in literarischen Texten, Zeitschriften oder Filmen, die allesamt älter als der Künstler selber sind. Seit 1993 fertigt van Eeden jeden Tag eine Zeichnung an und nutzt dieses riesige Zeichnungsarchiv für die Konzeption seiner Geschichten aus Fiktion und Historie. 2011 erwarb die Montblanc Kulturstiftung den 2009 entstandenen Werkkomplex „Das Weltall verwandelt in einen Sonntagnachmittag“, bestehend aus 36 Zeichnungen und zwei Skulpturen, der 2013 als Dauerleihgabe an die Galerie der Gegenwart der Hamburger Kunsthalle übergeben wird.