Stephan Huber

Stephan Huber | Deutschland | „Gran Paradiso II“ | 1998 | 220 cm x 450 cm x 700 cm | Hartgips und Neonlampen

Die Monumentalität der Berge, ihre Schönheit und Erhabenheit stehen im Mittelpunkt des bildhauerischen Œuvres Stephan Hubers (*1952). Seinen Arbeiten liegen drei aus der Kunstform des Surrealismus abgeleitete Prinzipien zugrunde: die Befreiung des Objekts aus seinem Kontext, die Verschiebung des Maßstabs und der Austausch des Materials. Für die Rauminstallation „Gran Paradiso II“ bildete der Künstler drei Berge der Alpenregion, den Civetta, das Weißhorn und den Mont Blanc, im Maßstab 1 : 4000 in Gips nach. Als einzelne Objekte, wie aus der Natur herausgesägt und verkleinert, stellen die Berge aus Gips, so Huber, makellose, ideale Skulpturen dar: „In den Bergen überlagern sich Naturform und Kunstform zur idealen Synthese.“ Den solitären, schneeweißen Objekten steht ein fragiles Geflecht aus blauen Neonröhren gegenüber, das Huber dem Verlauf der Alpenflüsse Rhône, Rhein und Po nachbildete – die massiven Bergskulpturen und das transparente Lichtrelief der Flussläufe verbinden sich zu einem poetischen, mehrdimensionalen Panorama. „Gran Paradiso II“ gehört zu einer Werkgruppe, die sich auf den Alpenraum als paradiesisch idealen Ort bezieht. Im Jahr 2000 wurde das von der Montblanc Kulturstiftung erworbene Kunstwerk an die Galerie der Gegenwart der Hamburger Kunsthalle übergeben.