February 2019 - 6 Minute read

Wie man beim Abschied aus dem Profisport nicht die Bodenhaftung verliert.

Wie Ex-Eishockeyprofi Tristan Cameron Harper sich zu neuen Höhen aufschwang und auf dem Weg durch die Natur wieder zu sich selbst fand.

1. Schritt: In sich hineinhorchen.

Es geht nichts über das Gefühl, wenn man es geschafft hat, einen windumtosten Berggipfel zu erklimmen. Tristan Cameron Harper, Landschaftsfotograf und Bergsteiger, erlebt dieses erhebende Gefühl regelmäßig und teilt es mit anderen Trekking-Begeisterten. Montblanc bereiste kürzlich mit ihm „la isla verde“ – die atemberaubende grüne Kanarische Insel La Palma – zum gemeinsamen Trekking unter der warmen Wintersonne. Nach dem Rückzug aus dem Profisport fand Eishockeyspieler Tristan Cameron Harper in der Schönheit der Natur wieder zu sich selbst. Damals begannen der anstrengende Alltag und die jahrelangen geistigen und körperlichen Belastungen im Profi-Eishockey ihren Tribut zu fordern und sich auf sein Wohlbefinden auszuwirken. Also tat er das Einfachste, was ein Mensch tun kann: Er begann, in sich hineinzuhorchen. „Ich stellte mir damals die Frage, was in den einzelnen Bereichen meines Lebens gut lief und was nicht. Nachdem ich dann eine Menge Dinge geändert hatte, konnte ich schon bald die positive Wirkung feststellen.“ Dazu gehörte auch, sich bevorzugt dort aufzuhalten, wo sein Kopf am klarsten war – draußen. Heute verbringt er den größten Teil seiner Zeit damit, die Welt zu erkunden und zu durchwandern. „Beim Trekking ändert sich die Sichtweise, und sowohl Geist als auch Körper profitieren davon. Ich finde auch, dass ich produktiver werde und allgemein viel inspirierter bin.“

„Ich habe einfach in mich hineingehorcht, um herauszufinden, was mich zufrieden macht.“

– Tristan Cameron Harper.

2. Schritt: Sich zu neuen Höhen aufschwingen.

Diesen Winter tauschte Harper die nassen, windigen Hügel der schottischen Highlands gegen die üppigen grünen Berge der Kanarischen Insel La Palma. Anstatt sich vom unerbittlich prasselnden schottischen Regen durchweichen zu lassen, steht er an einem Wasserfall in einer moosbedeckten Schlucht, während die Sonnenstrahlen durch das Farnkraut auf die Felsen scheinen. Er erzählt von einer Reise nach Nepal, die sein Leben veränderte. Die Formulierung „Leben verändern“ ist hier nicht übertrieben – in Tristans Fall ist sie wirklich angebracht. „Eishockey war mein Leben. Der Sport ist körperlich und mental ohnehin sehr anstrengend, doch die Dinge hatten zudem begonnen, sich zu ändern. Ich verbrachte einige Tage draußen in den Hügeln, und je länger ich draußen war, umso mehr Zeit wollte ich dort verbringen“, erzählt er. Nachdem er zunächst seine Heimat erkundet hatte, wagte er sich schließlich in die Ferne: nach Nepal. „Bei der Wanderung durch die Berge Nepals fühlte ich mich wieder wie ein Mensch und empfand tiefe Befriedigung. Ich war so dankbar, dass die Bevölkerung von Nepal so vielen von uns erlaubte, durch ihre Dörfer zu wandern, ihre Berge zu besteigen, und uns so herzlich aufnahm.“ In Nepal beschloss er dann auch, der Welt des Profisports endgültig den Rücken zu kehren.

„Ich wollte Landschaften fotografieren und Berge besteigen. So einfach war das – und das Leben ist kurz, warum es also nicht einfach ausprobieren?“

– Tristan Cameron Harper

3. Schritt: Einen anderen Blick aufs Leben gewinnen und zu sich selbst finden.

Immer noch am Fuße des Wasserfalls erzählt Tristan Cameron Harper, wie er langsam zu einer neuen Achtsamkeit fand, die heute fest in seinem Alltag verankert ist. „Sie ist ebenso sehr Teil meines Alltags wie andere Dinge, die wichtig für mein Wohlbefinden sind, beispielsweise duschen, Wasser trinken, essen und schlafen. Für mich geht es darum, im Hier und Jetzt zu leben – gelassen, fokussiert und bewusst, egal, was gerade los ist.“ Er hat eine Reihe guter Tipps, wie man im Leben zu mehr Achtsamkeit finden kann. „Alle sind ständig unterwegs, alle haben viel zu tun, doch jeder kann sich auch fünf Minuten Zeit nehmen, um achtsamer zu werden … es geht darum, das Leben bewusst zu erleben“, erklärt er. Er schildert, wie es ihm selbst gelungen ist, im Alltag achtsamer zu werden: „Ich habe mit Kleinigkeiten begonnen und mir beispielsweise die Zähne mit der anderen Hand geputzt, mich in einer anderen Reihenfolge angezogen, ich bin nach dem Motto ,back to the basics‘ barfuß durch die Berge gelaufen und habe ganz bewusst meine Komfortzone verlassen.“ Tristan ermutigt alle, sich darauf einzulassen und mit den Dingen zu beginnen, die sich spontan ergeben. Beispielsweise ganz bewusst zu atmen oder darüber nachzudenken, wie man geht, welchen Fuß man als ersten vorwärts setzt. „Es gibt so viele Möglichkeiten, achtsamer zu werden und bewusster zu leben“, erklärt er.

„Für mich geht es darum, im Hier und Jetzt zu leben – gelassen, fokussiert und bewusst, egal, was gerade los ist.“

- Tristan Cameron Harper

4. Schritt: Andere inspirieren.

Indem er seine Abenteuer dokumentiert, möchte Tristan Cameron Harper andere inspirieren, die Natur zu erkunden und wieder zu sich selbst zu finden. „Ich hoffe, dass sich dieses Bewusstsein immer mehr durchsetzen wird und dass die kommenden Generationen sich noch stärker von der Natur inspirieren lassen werden“, wünscht er sich. Er ist recht pragmatisch, wenn er schildert, wie man dort hingelangt: „Als Erstes muss man daran glauben – und an sich selbst. Man gelangt nirgendwo hin, wenn man nicht diesen ersten Schritt tut. Man muss nur Geduld haben, entschlossen sein und die Dinge fließen lassen.“ Einfache, inspirierende Worte wie diese sind es, die Tristan Cameron einzigartig machen – vielleicht liegt es daran, dass er Schotte ist, doch vermutlich ist es einfach seine Unaufgeregtheit. Denn obwohl er den Kopf meistens buchstäblich in den Wolken hat, steht er mit beiden Beinen fest auf der Erde.

Produkte sind verfügbar im April 2019.